Vier auf einen Streich

Platz ist an Bord bekanntlich immer zu wenig. Eine klassische Gangway gehört definitiv zu jenen Ausrüstungsgegenständen, die davon besonders viel beansprucht: Im Hafen unverzichtbar, während des Törns liegt sie meist sperrig an Deck oder muss irgendwo verstaut werden.
Easysea verfolgt mit der WAY2 einen anderen Ansatz. Die zwei Meter lange und 50 Zentimeter breite Gangway ist aufblasbar und lässt sich nach Gebrauch auf das Packmaß eines Rucksacks reduzieren. Trotzdem bietet sie im aufgepumpten Zustand die notwendige Steifigkeit für einen sicheren Weg von Bord an Land.

Möglich macht das eine 15 Zentimeter starke Hochdruck-Drop-Stitch-Konstruktion, wie man sie in ähnlicher Form von hochwertigen SUPs kennt. Tausende Fäden verbinden dabei Ober- und Unterseite und sorgen dafür, dass sich die Gangway unter Druck nicht verformt. Eine doppellagige PVC-Konstruktion und verschweißte statt verklebte Nähte sollen für die notwendige Robustheit im Bordalltag sorgen.
Sicherer Auftritt
Auf der Oberseite befindet sich ein rutschhemmender EVA-Belag mit sechseckiger EasyGrip-Struktur. Edelstahlhaken und D-Ringe dienen zur Befestigung am Boot, seitliche Tragegriffe erleichtern das Handling. Auf scharfe Kanten wurde komplett verzichtet; eine erfreuliche Eigenschaft nicht nur für nackte Zehen, sondern auch für empfindliche Bordwände.
Mit einer elektrischen Pumpe ist die WAY2 nach rund fünf Minuten einsatzbereit und soll als Passarella Personen bis 150 Kilogramm tragen können. Interessant wird das Konzept aber vor allem dann, wenn die Gangway gerade nicht als Gangway gebraucht wird. Umdrehen, ins Wasser legen und schon zeigt sie ihre weiteren Talente.
Freizeit statt Stauraum
Dank ihrer Abmessungen und der steifen Konstruktion lässt sich die WAY2 auch als Luftmatratze verwenden. Wer etwas mehr Bewegung braucht, kann sie als SUP nutzen und damit zum Strand oder auf Erkundungstour durch die Ankerbucht paddeln. Im Praxistest zeigt sich allerdings, dass die nur 50 Zentimeter breite WAY2 naturgemäß weniger kippstabil ist als ein klassisches SUP. Ein wenig Gleichgewichtsgefühl kann also nicht schaden.

Die vierte Anwendung richtet sich weniger an Sonnenanbeter als an arbeitende Eigner. Als schwimmende Plattform schafft die WAY2 eine stabile Arbeitsfläche entlang der Bordwand und erleichtert damit beispielsweise die Reinigung des Rumpfes und der Wasserlinie oder Arbeiten im Heckbereich.
Genau darin liegt der eigentliche Charme der Konstruktion. Statt vier verschiedene Ausrüstungsgegenstände mitzuschleppen, übernimmt ein einziges Produkt mehrere Aufgaben. Gangway, Luftmatratze, SUP oder Arbeitsplattform? Wie sich die WAY2 in der Praxis schlägt, zeigt unser Video.
Fazit: Ob man die WAY2 tatsächlich als SUP, Luftmatratze und Arbeitsplattform gleichermaßen intensiv nutzt, hängt naturgemäß vom persönlichen Bordleben ab. Als SUP muss man aufgrund der geringen Breite Abstriche bei der Kippstabilität machen. Der Ansatz ist dennoch überzeugend: Was wertvollen Stauraum beansprucht, sollte möglichst oft zum Einsatz kommen. Und vier Einsatzmöglichkeiten sind eindeutig besser als eine.